Klimaschutz / CO2 / Nachhaltigkeit
Das Thema begegnet uns täglich in den Nachrichten. Es gibt zu diesem Thema unzählige Fakten, Argumente, Meinungen, und Standpunkte, die „dafür“ oder „dagegen“ sind. Zwischen „Weltuntergang“ und „stimmt alles nicht“ sind alle Stimmen vertreten.
Wir werden auch in unserem bunten Verein nicht zu jedem Detail eine einheitliche Meinung finden. Aber natürlich müssen wir uns als Oldtimerverein mit dem Thema auseinandersetzen. Bilder von brennenden Elektroautos zu posten oder verbal auf bestimmte Parteien oder Politiker einzudreschen bringt uns dabei sicher nicht weiter.
Mit diesem und folgenden Artikeln werden wir regelmäßig rund um das Thema berichten. Wir hoffen, dass wir bei der Recherche und bei den Berechnungen keine Fehler gemacht haben. Wenn ihr andere belastbare Informationen habt, dann meldet euch bitte.
CO2 Ausstoß
Beim Verbrennen von 1 l Benzin entstehen 2,37 kg CO2. Das klingt erstmal komisch, weil mehr CO2 entsteht als Benzin eingebracht wird, ist aber so. Die chemischen Details könnt ihr gerne googeln.
Wenn wir bei unseren Autos einen Verbrauch von 10 l / 100 km und die durchschnittliche Fahrleistung eines Oldtimers von 1.500 km pro Jahr ansetzen, dann produziert jeder TR etwa 356 kg CO2 pro Jahr.
Einordnung
Inzwischen wird fast jedes Produkt, jedes Hobby, jede Reise … in CO2 umgerechnet.
- 1 kg Butter: 23,8 kg CO2
- 1 kg Rindfleisch: 13,3 kg / bio 21,7 kg CO2
- 1 Stunde Video Streaming pro Tag: Im Jahr 20 – 64 kg CO2 (je nach Studie)
- 7 Tage Kreuzfahrt (ohne Flüge): 1.900 kg CO2 pro Person
- Hin- und Rückflug Düsseldorf – Mallorca: 680 kg CO2 pro Person
- Tierhaltung (pro Jahr):
- 1 Katze: 400 kg CO2
- 1 Hund (30 kg): 1.000 kg CO2
- 1 Pferd: 3.100 kg CO2
Diese Berechnungen können immer nur exemplarisch sein und dienen nur der Einordnung. Bitte nicht mit dem Finger auf andere zeigen!!!
Aber die Zahlen machen auch deutlich, dass ein isoliertes Verbot, eine Einschränkung von etwa 732.000 Oldtimern (mit und ohne H- Kennzeichen) keinen wesentlichen Effekt hat. Es wäre auch hochgradig ungerecht, unser Hobby zu verbieten, während andere Hobbys / Liebhabereien nicht betrachtet werden.
Vor diesem Hintergrund können wir davon ausgehen, dass unser Hobby / historische Fahrzeuge NICHT im Visier der Politik stehen und konkrete Verbote NICHT zu erwarten sind. Wenn so etwas durch die Medien geistert, sind das i.d.R. Einzelmeinungen oder auch gezielte Falschmeldungen aus dem Dunstkreis einzelner Organisationen (siehe hierzu auch ADAC Meldung auf Seite xxx).
Die Zahlen können aber sehr wohl zur Diskussion mit eher ideologisch getriebenen Autofeinden herangezogen werden. Ich entschuldige mich vorab bei allen Katzenhaltern und -Liebhabern und bringe trotzdem dies platte Beispiel: In deutschen Haushalten leben 15,2 Mio. Katzen mit jährlich 400 kg CO2-Fußabdruck. Wieso diskutieren wir dann über 732.000 Oldtimer mit ca. 350 kg CO2-Fußabdruck jährlich, die nicht mal 5 % des „Katzen CO2“ ausmachen?
Was können wir tun?
Zum einen sollten wir uns bewusst machen, dass jeder im Alltag zur CO2 Vermeidung beitragen kann und sollte.
Als Oldtimerfahrer und -besitzer müssen wir auch nach wie vor an unserem Image arbeiten. Es gibt Menschen, die uns als abgehobene Elite sehen, die mit „100.000 € Autos“ die Luft verpesten. Wir müssen Kontakt suchen und „fremden“ großen und kleinen Menschen unser Hobby nahebringen. Nur wir Insider wissen, dass unsere Autos viel preiswerter sind als moderne Cabrios – und vor 40 / 50 / 60 Jahren gebaut und seitdem erhalten und genutzt.
Wir sollten – wir müssen – uns als sympathische und durchaus umweltbewusste Zeitgenossen präsentieren – die wir ja auch sind.
Kompensation / Spenden, tue Gutes und sprich darüber …
CO2 Zertifikate, Emissionshandel, Kompensation … ein endloses und hochkomplexes Thema.
Ich versuche mich trotzdem an einem groben Überblick:
Politisches Ziel ist der nationale sowie europäische Emissionshandel. Wer die Atmosphäre gewerblich mit Treibhausgasen belastet (z.B. Stromsektor, Industrie, Gebäudebereich, Verkehr) zahlt (zukünftig) für jede Tonne CO2 einen Preis, indem er dafür Zertifikate erwirbt. Wer CO2 einspart, kann seine Zertifikate wieder verkaufen. Wer zu viel CO2 produziert, muss weitere Rechte erwerben.
Auch privat werden Modelle zur CO2 Kompensation angeboten. Diese Modelle gibt es seit Jahren bei Flugreisen und z.B. beim Versand von Produkten aus dem Onlineshopping.
Im privaten Bereich werden mit den eingenommenen Geldern Projekte finanziert, die CO2 einsparen oder dauerhaft binden.
Zwei Beispiele:
Gerade in wenig entwickelten Gebieten der Welt wird fossile Energie häufig ineffizient eingesetzt. Es wird mit Kohle oder Öl gekocht, geheizt, Strom produziert obwohl z.B. Solarenergie sinnvoll wäre. Hier werden Projekte finanziert, die neue technische Möglichkeiten nutzen, um vor Ort CO2 einsparen.
In Deutschland wird freiwillige (!) CO-Kompensation über Projekte angeboten, die CO2 nachhaltig speichern. Der sog. „Waldumbau“ vom geschädigten Nadelwald (Borkenkäfer) zum resistenten Laub- und Mischwald oder sogenannte „Moor-Futures“ sind gängige Projekte. Es werden Bäume gepflanzt und Moore wieder vernässt, um die Freisetzung von CO2 in trockengelegten Mooren zu stoppen bzw. umzukehren.
Je nach Projekt werden ca. 23 € pro Tonne CO2 Kompensation aufgerufen.
Die freiwillige CO2 Kompensation wird von einigen als „Ablasshandel“ bezeichnet. Das finde ich nicht angemessen. Ich sehe es als Spende in die Zukunft. Egal aus welchen Motiven heraus sind solche Projekte sinnvoll und unterstützenswert.
Konkrete Maßnahmen / Projekte des TR-Registers
Bereits 2022 haben wir 5.000 € zum Waldumbau in Mecklenburg-Vorpommern an die Deutsche Wildtierstiftung gespendet. Wichtig war uns, ein nachvollziehbares, kontrollierbares Projekt in Deutschland zu fördern. Die Flächen gehören einer Stiftung und sind damit dauerhaft vor kommerziellem Zugriff geschützt. Mit unserer Spende haben wir etwa 3.000 (kleine) Bäume finanziert, die in einigen Jahren / Jahrzehnten etwa 37 Tonnen CO2 jährlich speichern werden (12,5 kg pro Jahr, pro Buche).
E-Fuels
Aktuelle Situation: E-Fuels sind nur schwer zu beschaffen, noch sehr teuer (ca. 6 € pro Liter) und die Logistik (Transport, Lagerung …) ist sehr aufwändig. Die Zukunfts-Perspektiven sind aber sehr gut.
Vor dem Hintergrund plante der ADAC In 2023 eine Sammelbestellung, um Oldtimerclubs Testmöglichkeiten für ihre Fahrzeuge zu bieten. Der Vorstand hat daraufhin beschlossen, einen entsprechenden Test mit unseren Fahrzeugen durchzuführen und die Kosten entsprechend zu subventionieren. Leider konnte der ADAC die Sammelbestellung nicht realisieren. Aber wir sind zuversichtlich und entschlossen, einen Test in 2024 zu organisieren. Wir möchten konkret wissen, wie der Sprit bei unseren Fahrzeugen funktioniert.
Bitte meldet euch bei Jürgen Rothe und oder euren Gruppenleitern, wenn ihr Interesse habt, euch an dem Test zu beteiligen.
Kooperation MG Drivers Club und MG Cars Club
Mit dem Thema CO2, E-Fuels, Nachhaltigkeit und der Darstellung in der Öffentlichkeit stehen wir natürlich nicht allein da. Wir sprechen derzeit mit den beiden MG-Clubs über eine Zusammenarbeit und eine gemeinsame Kommunikation zu dem Thema. Wir werden weiter berichten.
Das soll es für diese Ausgabe gewesen sein. Wir hoffen, euch gute Argumente für evtl. Diskussionen geliefert zu haben. Wir werden weiter recherchieren und berichten. Das TR-Register „tut etwas“ und mit unserer Spende in den Waldumbau haben wir etwa 217 Tonnen CO2 kompensiert. Das sind etwa 915.000 km mit dem TR.